Die Wirtschaftskrise ist das derzeit beherrschende Thema. Kurzarbeit und Stellenabbau sind leider bittere Realität. Das Ulmer IT-Unternehmen ScanPlus setzt in unsicheren Zeiten ein deutliches Signal und wird für seine Mitarbeiter künftig bis zu 100 Prozent der Betreuungskosten für Kinder unter 6 Jahren übernehmen und dies zusätzlich zum normalen Gehalt. Die Regelung gilt für alle Kinder der Mitarbeiter, die noch nicht eingeschult sind und die nicht zu Hause betreut werden. "Eigentlich kann das jede Firma so machen, man muss es nur wollen", erklärt ScanPlus-Geschäftsführer Andreas Werther. Bei ScanPlus, einem relativ jungen Unternehmen mit einem entsprechenden Altersschnitt bei den Mitarbeitern, habe sich die Frage erst jetzt gestellt.
"Wenn ein Unternehmen eine funktionierende Gemeinschaft sein soll, muss man sich auch mit den Lebensumständen der Mitarbeiter beschäftigen. Wir unterstützen mit dieser Maßnahme unter anderem Mitarbeiter, die möglich rasch wieder in ihrem Beruf tätig sein wollen", erklärt Werther. Da die Betreuungskosten, die von den Sozialabgaben und der Lohnsteuer befreit sind, im einzelnen Fall bis zu 500 Euro betragen können, sei innerhalb der Mitarbeiterschaft zunächst abgeklopft worden, ob diese Bezuschussung konsensfähig ist. Fünf Mitarbeiter nutzen das Angebot bereits oder werden es in Bälde nutzen.
ScanPlus-Mitarbeiter Igor Stroh, dessen Frau ebenfalls bei ScanPlus arbeitet, aber derzeit mit dem zweiten Kind im Mutterstand ist, ist von dem Angebot begeistert: "Toll, dass der Gesetzgeber dem Arbeitgeber die Möglichkeit gibt, junge Familien finanziell zu entlasten, und unsere Firma das sofort umgesetzt hat. Für uns als Familie ist das wirklich spürbar." ScanPlus hatte zudem die Einrichtung einer Kindertagesstätte im Science Park gefordert und wollte diese entsprechend fördern. Noch ist allerdings an eine solche Einrichtung am Oberen Eselsberg noch nicht zu denken.
Die Betreuungskosten für Kinder sind der zweite Sozial-Baustein des IT-Unternehmens, dass die Altersversorgung der Mitarbeiter monatlich mit 210 Euro bezuschusst und zwar über den Sparkassen-Pensionsfond. Geplant ist zum Jahreswechsel zudem ein Mitarbeiter-Beteiligungsmodell, dass derzeit ausgearbeitet wird.