Das Award-Konsortium hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Alle 259 eingereichten Projekte wurden im Juni und Juli 2009 in einem zweistufigen Auswahlprozess von drei unabhängigen Experten auf Herz und Nieren geprüft. Ziel war es, vorbildliche eGovernment-Projekte im Rahmen der europäischen eGovernment-Strategie zu identifizieren, um sie einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen und Anregungen für ähnliche Projekte in der EU zu geben.
Das Vergabeportal des Vergabeverbundes Ostwestfalen-Lippe bekam im Zuge dieser Prüfung das Good Practice Label in der Kategorie „eGovernment enabling administrative efficiency and effectiveness“ (etwa: „eGovernment, das administrative Effizienz und Effektivität ermöglicht“) verliehen. Die Jury würdigt damit unter anderem die Verbesserungen im Bürgerservice und die Realisierung großer Einsparpotenziale, die mit dem eVergabe-Portal möglich sind.
Potenzielle Bieter können kostenfrei auf dem Portal in allen verfügbaren Bekanntmachungen recherchieren und sich elektronisch an Ausschreibungen beteiligen, sofern die Vergabestelle dies zulassen möchte. Auch die Veröffentlichung von Informationen über bereits vergebene Aufträge im Rahmen des Konjunkturpakets II kann über die Plattform realisiert werden. Die Vergabestellen präsentieren sich durch das Portal als bürgernahe und moderne Institutionen, wofür sie nun mit dem Good Practice Label von „höchster europäischer Stelle“ ausgezeichnet wurden. Frank Breitenfeld vom Kreis Minden-Lübbecke: „Die Ehrung durch die Europäische Kommission freut uns natürlich sehr und ist eine schöne Anerkennung für unsere Bestrebungen, den Service für die Unternehmen in unserer Region stetig zu verbessern. Mittlerweile beteiligen sich schon über 30 Einrichtungen aus ganz Ostwestfalen-Lippe an dem Portal und bestätigen uns dadurch, dass wir mit unserer innovativen Lösung auf dem richtigen Weg sind.“
Der e-Shop der BBG wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, und steht nun auch im Finale der European eGovernment Awards. Die Grundidee für das genau auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnittenen E-Procurement-Systems stammt bereits aus dem Jahr 2002. Das Projekt wurde nach einer genauen Spezifikation der Anforderungen EU-weit ausgeschrieben und schließlich mit Healy Hudson umgesetzt. Von Anfang an entwickelte sich der e-Shop zu einer Erfolgsgeschichte; mittlerweile ist er der größte e-Shop Europas für die öffentliche Hand. Über 400.000 Artikel aus rund 300 Katalogen können über das System geordert werden. Alleine 2008 wurden im Schnitt monatlich 10,5 Mio. EUR Beschaffungsvolumen über die Plattform abgewickelt, und die Tendenz ist weiter steigend.
Ein Garant für den Erfolg ist unter anderem, dass besonders auf die Bedürfnisse kleiner Lieferanten geachtet wird. Sie können ihre Katalogdaten über spezielle Importfunktionen auf einfache Weise elektronisch integrieren. „Der e-Shop ist eine lebendige Lösung“, so Projektleiter Johannes Wimmer. „Wir sind stolz, dass unsere Zusammenarbeit mit Healy Hudson auch das Award-Konsortium überzeugt hat und hoffen, bei der Preisverleihung ganz vorne mit dabei zu sein. In unserem Fokus steht aber natürlich der weitere Ausbau der Plattform, für den wir schon viele innovative Ideen auf der Agenda stehen haben.“
Im Rahmen der diesjährigen European eGovernment Awards wird auch ein Publikumspreis unter den 52 Finalisten verliehen, für den registrierte Nutzer des Portals epractice.eu ihre Stimme abgeben können. Die Registrierung auf dem Portal ist kostenfrei.